Turnverein 1848 Bodenheim - seine Entstehung und Entwicklung
Der hohe Wert der Leibesübungen für die Gesundheit des menschlichen Körpers war schon bei den alten Kulturvölkern erkannt und galt bei den alten Griechen als Erziehungsmittel. Römische Schriftsteller, darunter Tacitus, erzählen von den alten Deutschen, daß sie ein kraftstrotzendes Geschlecht mit edlen Körperformen seien und schreiben diese Vorzüge deren ausgedehnten Leibesübungen (ohne Geräte)
Als Begründer der deutschen Turnerei erblicken wir den 1778 in dem Dorfe Lanz bei Perleberg geborenen Friedrich Ludwig Jahn.
Während der Zeit der Napoleonischen Herrschaft sah Jahn die Bedeutung des Turnens in der vormilitärischen Jugenderziehung.
Er rief bereits 1811 zur Volkserhebung und allgemeinerVolksbewaffnung auf. 1810 wurde er Gymnasiallehrer in Berlin und eröffnete dort 1811 den ersten deutschen Turnplatz in der,' Hasenheide".
1817/18 hielt er Vorträge über deutsches Volkstum und Turnerei, wurde 1819 als Turnlehrer vom preußischen Staat angestellt und führte das bis dahin unbekannte Geräteturnen ein.
Sein freies und derbes Auftreten gegen die damalige Reaktion führte ihn in den Verdacht eines Demagogen(Volksaufwiegler), worauf er 1819 verhaftet, auf der Festung Kolberg unter Aufsicht gestellt, aber 1825 freigesprochen wurde. Inzwischen hatte Preußen das Turnverbot, die sogenannte Turnsperre, erlassen, die bis 1842 dauerte. Von diesen GewaltMaßnahmen ließen sich aber weder Jahn noch seine Turnerfreunde am Ausbau der Turnerei in den deutschen Ländern abhalten.
Im Großherzogtum Hessen erscheint Adolf Spies, ein Lauterbacher Kind, als Verfechter und Begründer der Einführung des Turnens in der Schule. Im Sturm- und Drangjahr 1848 wurde ]ahn im Naumburger Wahlbezirk als Abgesandter zur Frankfurter Bundesversammlung gewählt. Dort hielt er seine bekannte Schwanenrede, in der er die Errichtung eines Deutschen Nationalstaates forderte.
Schon bald darauf am 15. Oktober 1852, starb er nach einem bewegten Leben in Freiburg a.d. Unstrut in dem Bewußtsein, Auslöser zahlreicher Gründungen von Turnvereinen in deutschen Landen geworden zu sein. Als "Turnvater Jahn" ist er in die Geschichte der Turnerei eingegangen.
Auch in Bodenheim hatte er viele Anhänger gefunden, die im stürmischen Jahre 1848 den Turnverein gründeten. Schon im Herbst konnte er seine Fahne, eine Stiftung der Frauen und Jungfrauen des Ortes, weihen und am ersten Bezirksturntag in Mainz teilnehmen. Die Fahne ist noch in Fragmenten vorhanden. Sie ist im Foyer des Turnerheimes ausgestellt. Schwer rekonstruierbar ist die Geschichte des Turnvereins vor der Jahrhundertwende. 1850 zählte er bereits 34 Mitglieder.
Im Vorstand waren vertreten: J. Kirch, Vors.; J. Brahm, Stellv.; V.F. Dörr, Schriftw.; J. Bollinger, Stellv.; A. Kerz, Turnwart; Fr. Kögler, Zeugwart; S. Walluf, Säckelwart.
Da sich viele Turnvereine an den revolutionären Bewegungen in den Jahren 1848 und 1849 beteiligt hatten, wurden sie folgerichtig als politische Vereine betrachtet und in unserem Bereich durch die hessische Staatsregierung mit Verordnung vom 20. Oktober 1850 kurzerhand aufgelöst. Dies bereitete auch unserem jungen Turnverein ein vorläufiges Ende. Lust und Liebe zur Turnerei blieben aber erhalten; - ohne Verein - wurde weitergeturnt.
Nach Aufhebung des Verbots 1862 hatte der wiederauflebende Verein durch Zugang jüngerer Kräfte - beinahe seine frühere Stärke und konnte 1864 sein erstes Fest abhalten.
Das erste Anturnen konnte dann 1868 mit 38 Mitgliedern abgehalten werden.
Bei einer Mitgliederstärke von mittlerweile 100 Turnern wurde 1877 das 9. Gau-Turnfest abgehalten.
1878 Ankauf des Turnplatzes; außerdem wurde dem Verein das Korporationsrecht verliehen.
1887 erzielte Turner Karl Angermayer auf dem 13. Gau-Turnfest in GauAlgesheim den 1. Preis.
Am 18. August 1889 wurde die neu erstellte Turnhalle eingeweiht. Vorher wurden die Turnstunden bei schlechter Witterung in einem Scheunenraum abgehalten.
Das 50-jährige Stiftungsfest wurde vorn 21.-23. Mai 1898 einer neuen, ebenfalls von den Bodenheimer Frauen und Jungfrauen gestifteten Fahne, abgehalten. Als Festplatz diente der Turnplatz nebst dem damals noch unbebauten Gelände der heutigen westlich gelegenen zwei Nachbar-Hofreiten.
Vom 9.-11. Juni 1900 wurde das 26. Gau-Turnfest in Bodenheim abgehalten. Als Festplatz diente die ehemalige dem St. Albansstift gehörige Hofwiese ("Huwiese" genannt). Die eigens für das Fest aufgebaute Festhalle wurde danach von der Spar- und Darlehenskasse - heute Raiffeisenkasse erworben und auf der ebenfalls dem ehemaligen St. Albansstift gehörigen "Beune" (nicht Bayn) als Getreidescheune wiederaufgestellt. Im 1. Weltkrieg ließen 25 wehrpflichtige Turner ihr Leben.
Die Turnhalle diente in dieser Zeit als Gefangenenlager und während der nachfolgenden Besatzung als Unterkunft der ausländischen Truppen.
In der Nachkriegszeit wurde 1921 die Leichtathletikabteilung und 1924 die Handball-Abteilung gegründet.
Das 80-jährige Stiftungsfest feierte man vom 19.-21. Mai 1928 auf der Hofwiese. Hierbei wurden die Turner Mathias Schmitt und Georg Peter mit dem "Ehrenbrief der Deutschen Turnerschaft" und Hermann Josef Müller mit dem "Ehrenbrief des 9. Mittelrheinkreises" ausgezeichnet.
Das 15. Deutsche Turnfest in Köln wurde 1928 mit großer Beteiligung besucht. Die Hinfahrt erfolgte von Mainz aus mit dem Schiff durch das herrliche Rheintal. Fünf hiesige Turner nahmen an der Gau-Musterriege, und Turner Georg Bieger als Einzelturner am Zwölfkampf teil.
In den Jahren 1928 bis 1932 stand die 1. Riege des Turnvereins auf hoher Leistungsstufe und erzielte unter ihrem Turnwart Jakob Acker bei Wettkämpfen mit Brudervereinen schöne Erfolge.
Nach der Besetzung des Rheinlandes 1919 durch die Franzosen waren Versammlungen von Turnvereinen grundsätzlich verboten, sofern sie nicht ausdrücklich und im Einzelfall genehmigt worden waren. Erst als sie 1930 zuende ging, konnte der Verein sich wieder frei entfalten. Im Anschluß daran fand 1932 der Ankauf eines 2632 qm großen Geländes bei der "Hofwiese" als zukünftiger Sportplatz statt. Als 1933 die ersten Damen zum Turnen kamen, veranlaßte es den damaligen katholischen Pfarrer zu folgendem Schreiben
Kath. Pfarramt Bodenheim Bodenheim, den 29. August 1933
Dcm verehrlichen vorstände des Turnvereins Bodenheim
Wie mir bekannt geworden ist, beabsichtigt der Turnverein in seinen Reihen nun auch eiene Damenriege aufzunehmen, und zu diesem Zwecke auch die weibliche Schuljugend turneisch zu organisierren. Um eventuelle Schwierigkeiten mit dem Turnverein und künftigen weiblichen Mitgliedern vorzubeugen, übersende ich hiermit diekatholischen Leitsätze unserer Bischöfe, welche bezüglich des Turnens für uns Katholiken verpflichtend sind.
Pfarrer
Im gleichen Jahr verfiel auch der Turnverein der "Gleichschaltung". Der Vorstand der Deutschen Turnerschaft forderte alle Vereine auf, "sich mit aller Kraft, der nationalen Erhebung des Deutschen Volkes und ihren Führern zur Verfügung zu stellen". Marxisten und Juden wurden aus den Vereinen ausgeschlossen, an die Spitzen der Vereine Führer berufen und das Turnen zukünftig als Beitrag zur "Wehrertüchtigung" gesehen.
Vereinspolitik einerseits und NSDAP Parteipolitik andererseits lagen damit auf einer Linie.
Der damalige Sprecher des Turnvereins August Hesse legte den Vorsitz nieder. Bei der am 20. Mai erfolgten Führerwahl ging er als "Führer" hervor und "berief" Georg Eberhard zum Stellvertreter, Georg Sauer zum OberTurnwart und Josef Acker zum Schriftführer. Nach kurzer Zeit, am 20. Dezember, erklärte er aber seinen Rücktritt. Sein Stellvertreter Georg Eberhard übernahm die Führung und wurde am 3. Februar 1934 zum "Führer" vorgeschlagen und gewählt.
Die Gleichschaltung erbrachte aber auch den Austritt von 48 Mitgliedern immerhin ein Viertel seines Bestandes.
Bei der Teilnahme am Deutschen Turnfest 1933 in Stuttgart, errangen die Turner Georg Bieger im Zwölfkampf und Jakob Schäfers im Fünfkampf erste Siege.
1935 erhielt der Turner Mathias Bieger für seine Leistungen den “Ehrenbrief des Mittelrheinkreises".
Beim Deutschen Turnfest in Breslau 1938 konnten Turner Adam Schmitt und Turnwart Jakob Acker im Alters-Wettkampf, sowie die Turnerin Hella Spangenberg beim Wettkampf der Turnerinnen als Sieger zurückkehren.
Aus dem 2. Weltkrieg kehrten 37 Turner nicht mehr nach Bodenheim zurück.
Die Turnhalle wurde als Gefangenenlager benutzt und nach dem Einmarsch der Gegner längere Jahre für die Besatzung beansprucht.
Nach dem Kriege 1945 kam, widriger Umstände halber, die Vereinstätigkeit zum Erliegen, und die Gemeinde Bodenheim wurde während dieser Zeit mit der Treuhänderschaft des Vereinsvermögens beauftragt.
Als sich am Anfang des Jahres 1949 die Lage etwas geklärt hatte, wurde der Turner johann Kirchner dazu bestimmt, sich mit dem französischen Sportoffizier wegen Wiederaufnahme der Vereinstätigkeit in Verbindung zu setzen. Da der alte Name von den Besatzern verboten wurde, mußte unser Verein sich "Sportgemeinde 1848 Bodenheim" nennen.
Bodenheim/Rhein, den 20. Juni 1949.
An die hohe Militärregierung in Mainz
durch den Herrn Landrat des Landkreises Mainz in Mainz.
Betr.: Gesuch der Sportgemeinde 1848 in Bodenheim um Genehmigung
Die in der Mainzerstrasse in Bodenheim gelegene Turnhalle des aufgelösten Turnvereins 1848 ist durch die Kriegs- und Nachkriegsverhälträsse sehr stark beschädigt worden. Um diese Gebäulichkeiten nicht vollständig dem Verfall anheimzugeben, haben sich eine grössere Anzahl früherer Sportler zusammengeschlossen um den Verein nunmehr unter dem Namen " Sportgemeinde 1848 Bodenheim " wieder in Tätigkeit zubringen und gestatten sich hiermit um Ihre alsbaldige Genehrnigung zu bitten. Der Verein beabsichtigt den Allsport wie Faustball, Leichtathletik, Radsport und das Turnen zu pflegen.
Wir geben uns der angenehmen Hoffnung hin, dass durch die beigeschlossenen Unterlagen sämtliche Voraussetzungen zu einer Genehmigung gegeben sind und bitten Sie ebenso höflichst wie dringend unserem vorstehendem Gesuch alsbald stattzugeben
Schriftführer.
Einer auf 18. Juni 1949 einberufenen Versammlung, zu der 80 Mitglieder erschienen waren, wurde der Sachstand vorgetragen. Notgedrungen willigte man diesen neuen Maßnahmen bei und bildete einen vorläufigen Vorstand.
in der Zwischenzeit beschloß der seitherige Radfahrerverein "Wanderlust 1912" sich als Radsportabteilung der neuen Sportgemeinde 1848 anzuschließen. Dieser Beschluß wurde in einer außerordentlichen Generalversammlung vom 28. August 1949 gutgeheißen.
Bei der nachfolgenden ordentlichen Generalversammlung vom 22. Januar 1950 legte der vorläufige Vorstand sein Amt nieder. Aus der Wahl gingen die Turner Georg Eberhard als 1. und Jakob Kern als 2. Vorsitzender hervor. Da durch das 1948 erlassene Besatzungsstatut das Vereinswesen wieder in deutsche Zuständigkeit gekommen war, wurde der alte Name TURNVEREIN 1848 BODENHEIM wieder eingeführt.
Die durch den Krieg entstandenen Lücken im Turnverein konnten durch die aktiven Turner des VfB geschlossen werden. Dadurch entstand wieder eine funktionierende Turnerriege.
Mit den Abbruchsteinen des Hauses Dr. Minrats (gegenüber der heutigen Marien Apotheke) konnte 1950-51 die durch den Krieg schwer beschädigte Turnhalle (sie diente zum 3. Mal als Gefangenenlager) wieder erneuert werden.
Danach begann der Turn- und Sportbetrieb wieder in allen Abteilungen.
Die ersten Erfolge erbrachten 1951-52 Eleonore Balser als Landesmeisterin im 100-m-Lauf und Heinrich Löb als Landesmeister im Stabhochsprung mit 3,20 m.
Auf dem Landesturnfest in Guntersblum belegte die Mannschaft des Turnvereins im gemischten Mannschaftswettkampf den 1. Platz.
Als die Wettkämpfer 1953 vom Deutschen Turnfest in Hamburg zurückkehrten, wurden sie mit einem großen Empfang durch den 1. Vorsitzenden Georg Eberhard, der Feuerwehrkapelle und vielen sportbegeisterten Bodenheimern begrüßt. Auf dem Landesturnfest 1954 in Wöllstein wurde Heinrich Löb im Wettkampf der Altersklasse 1. Sieger. Eleonore Balser wurde im Leichtathletik Fünf-Kampf der Frauen 1. Siegerin. Die 4 x 100 m-Staffel der Männer konnte ebenfalls einen 1. Sieg davontragen. In diesem Jahr wurde auf Initiative unseres Turners Helmut Schmitt die Handballabteilung wieder ins Leben gerufen. Neben einer 1. und 2. Mannschaft konnte Ende des Jahres eine Jugendmannschaft den Spielbetrieb aufnehmen.
Der Vorsitzende Georg Eberhard, der 21 Jahre die Geschicke des Vereins leitete, legte sein Amt 1954 nieder und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Neuer Vorsitzender wurde Josef Pelz.
Bei den Landesmannschaftsmeisterschaften 1956 belegten die Turner des Turnvereins den 2. Platz. Diese Plazierung war der Höhepunkt vieler Erfolge unserer 1. Mannschaft.
Wieder besuchten eine große Anzahl unserer Aktiven 1958 das Deutsche Turnfest in München. Das in diesem Jahr gefeierte 110-jährige J ubiläumsfest wurde zu einem großen Erfolg. Der Reingewinn legte den Grundstein für den Bau einer neuen Turnhalle.
1959: BeiderVorstandssitzung am 09.Juni wurden erstmals Plänevon den Mitgliedern Helmut Schmitt und Rudi Acker für die neue Turnhalle vorgelegt. Diese fanden beim gesamten Vorstand Anklang.
1960: Durch die nun beginnenden Arbeiten für den Neubau der Turnhalle (neben der Marien Apotheke) wurde der Turnbetrieb bis 1962 teilweise lahmgelegt. Ende des Jahres war der Rohbau der Halle bereits fertiggestellt.
Nach Fertigstellung der Halle konnte diese am 1. September 1962 ihrer Bestimmung übergeben werden. Durch diese Einweihung wurde der regelmäßige Turnbetrieb wieder aufgenommen.
Auf dem Deutschen Turnfest 1963 in Essen wurde der Turnverein mit Erfolg vertreten von: Karl Kirchner, Heinrich Löb, Rudolph Jordan, Edgar Duttenhöfer.
Ab diesem Zeitraum wurden auch erstmals nach dem Turnhallenneubau die Kinderturnfeste besucht.
Auf Wunsch der Aktiven der Leichtathleten des VfB und des Turnvereins schlossen sich 1964 diese zur einer LG Bodenheim zusammen, um somit bessere Leistungen in Mannschafts-Wettkämpfen zu erzielen.
Die ersten Erfolge nach dem Turnhallenneubau erreichten 1965 bei den jugendbestenkämpfen des Turngaus Mainz unsere 1. Schülermannschaft mit dem 1. Platz.
Am 21.06.1967 wurde auf Initiative von Adam Horn, Josef Kern und Klaus Gahn die Jedermannabteilung gegründet, die sofort großen Zuspruch aus der Bevölkerung erhielt.
Die LG Bodenheim schloß sich der LG Rheinfront an. Durch den Beitritt in diese Gemeinschaft wurde die Trainingsmöglichkeit verbessert und weitaus bessere Leistungen erzielt.
Bedingt durch die wachsende Zahl der Sporttreibenden wurde 1972 der Geräteraum der alten Sporthalle erweitert und neue Umkleideräume geschaffen.
Der 1. Vorsitzende Josef Pelz, der 17 Jahre die Geschicke des Turnvereins geleitet hat, wurde am 19.03.1972 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Seiner Aufopferung und seiner nicht zu übertreffenden Hilfsbereitschaft ist es zu verdanken, daß der Turnverein zu einem der stärksten Vereine des Turngaues Mainz-Bingen wurde. Zum neuen Vorsitzenden wurde Josef Jertz gewählt
Mit der Fertigstellung der Sport- und Festhalle - im August 1980 - erfuhr der Trainingsbetrieb aller Abteilungen den erhofften Aufschwung. Dies läßt sich leicht aus den sportlichen Erfolgen unseres Vereines, in den vielen verschiedenen Bereichen in der Folgezeit ablesen.
Aber nicht nur die dadurch entstandenen optimalen Bedingungen für die vorhandenen Sportgruppen trugen zur Vereinsentwicklung bei, sondern auch die nun möglich gewordene Hinzunahme neuer Sportangebote. Mit der Gründung der Badmintongruppe im September 1980 nahm dies seinen Anfang, an dessen Ende heute ein umfangreiches und vielschichtiges Sportangebot steht.
Mit der Sport- und Festhalle kam die Frage auf, was nun mit der "guten alten` Turnhalle in der Mainzer Straße geschehen solle. Hier wurde schnell klar, daß eine weitere Nutzung erhebliche Investitions- und Folgekosten nach sich ziehen würde, wobei der entstehende Nutzen den nötigen Aufwand nicht rechtfertigen würde. So entschloß man sich in der Generalversammlung im April 1981 zum Verkauf der alten Turnhalle und beauftragte den damaligen Vorstand unter Josef Jertz, den Bau eines Turnerheimes mit konkreten Maßnahmen in Angriff zu nehmen.
Als unser Verein im Jahre 1983 die 1.000 - Mitglieder - Grenze überschritten hatte und somit zu den Großvereinen Rheinhessens zählte, konnte am 1. Oktober 1983 unser Turnerheim in der Laubenheimer Straße 16 eingeweiht werden. Nun war es endlich möglich, unseren Mitgliedern eine schmucke Geschäftsstelle und gleichzeitig eine gemütliche Stätte der Begegnung zu präsentieren. An dieser Stelle sei allen ehrenamtlichen Helfern und Spendern nochmals ein herzliches Dankeschön gesagt, ohne deren Einsatz diese Aufgabe nicht hätte bewältigt werden können.
In der Generalversammlung vom Januar 1987 trat Josef Jertz nach ereignisreicher Sitzung zurück. Karl Beitz wurde kommissarisch zum Vorsitzenden gewählt und im April des gleichen Jahres einstimmig bestätigt. Durch Karl Beitz gelang es, eine neue Sachlichkeit und Toleranz in den Verein zu tragen, die auch heute, fast 2 Jahre nach seinem Tod, noch immer zu spüren ist.
Im Jahre 1990 wurde die neue Sportanlage eingeweiht, die vor allem für die Leichtathleten, aber auch für andere Gruppen neue Möglichkeiten bot. Auch wurde erstmals ein Crosslauf in den Bodenheimer Weinbergen durchgeführt, der in den Folgejahren Teilnehmer aus weiten Teilen Deutschlands nach Bodenheim anzog. Weiterhin wurde die stetig intensivierte Jugendarbeit nun auch formal mit der Einführung des Jugendausschusses dokumentiert, dessen Aufgabe insbesondere in der Vertretung und Integration der jugendlichen im Verein besteht.
Der Verein ist mittlerweile auf über 1700 Mitglieder angewachsen und platzt in den alten Sportstätten aus den "Nähten".
Zur Zeit laufen die Vorbereitungen für eine neue Sportanlage "Im Bürgel"