Regeln, Ausrüstung und Gesundheit

Rund zwei Millionen Menschen schmettern sich hierzulande die nur fünf Gramm schweren Federbälle um die Ohren. Das Spielfeld ist nur 13,40 Meter mal 6,10 Meter groß. Dennoch ist das ungeheuer spannende Spiel ein hervorragendes Fitnesstraining. Die Spieler sind ständig in Bewegung, müssen schnell reagieren und sich immer wieder auf neue Spielsituationen einstellen.

Auf den ersten Blick sieht Badminton zwar wie das gute alte Federballspiel aus, hat aber nur noch wenig mit ihm gemeinsam. Während beim Federballspielen der Ball möglichst lange in der Luft bleiben soll, versucht der Badmintonspieler seinen Gegner so auszutricksen, dass er den Ball nicht mehr erwischt.

Ständig wechseln Dreh- und Streckbewegungen, Sprünge, Starts und Stopps. Koordination, Schnelligkeit und Beinarbeit spielen eine immens wichtige Rolle. Nicht selten erreicht der mit Gänsefedern bestückte Korkball Geschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern.

Bis zu sechs Kilometer legen gute Spieler pro Match zurück, verlieren dabei bis zu 600 Kalorien. Das Spiel ist trainingswirksamer als Tennis, die Verletzungsgefahr geringer als beim Squash. Vorteil: Selbst Ungeübte kommen wesentlich schneller zu einem spannenden Spiel. Denn da der Ball im Flug durch die Federn schnell wieder abgebremst wird, ist er leichter zu treffen als ein Tennis- oder Squashball. Ein kontinuierliches Spiel mit rasanten Ballwechseln kann entstehen.

Regeln

Badminton gehört - ähnlich wie Tennis oder Tischtennis - zu den Rückschlagspielen. Dabei versucht jeder Spieler mit Hilfe seines Schlägers den Federball so in das gegnerische Feld zu schlagen, dass es dem Gegner möglichst nicht gelingt, den Ball fehlerfrei zurückzuschlagen, bevor dieser den Boden berührt.

Der Reiz des Badminton liegt im außergewöhnlichen Flugverhalten des Balles. Das "Geschoss" kann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 250 Stundenkilometern den Schläger verlassen, aber im nächsten Augenblick schon wieder leicht wie eine Feder zu Boden sinken. Hieraus resultieren die für diesen Sport typischen und attraktiven Ballwechsel.

Der Federball (bis 5,5 g schwer mit 14 bis 16 rund 7 cm langen Federn oder einem Korb aus Kunststoff) muss mit einem Schläger (Schlägerkopf maximal 29 cm lang) so über das Netz geschlagen werden, dass er den Boden und den Spieler selbst nicht berührt (andernfalls Gutpunkt für den Gegner). Das Spielfeld für ein Einzelspiel ist 13,40 m lang und 5,18 m breit, für ein Doppelspiel 13,40 m lang und 6,10 m breit. In der Mitte quer über das Spielfeld spannt sich ein Netz mit einer Höhe von 1,55 m.

Gespielt wird im Herreneinzel und im Herrendoppel bis 15 Punkte, im Dameneinzel, Damendoppel und im Gemischten Doppel bis 11 Punkte. Damit wird die bisher vom Dameneinzel bekannte Zählweise auf das Damendoppel und das Mixed übertragen. In allen Disziplinen wird auf zwei Gewinnsätze ("Best of 3") gespielt. Beim Badmintonspiel kann nur der aufschlagende Spieler Punkte erzielen. Begeht der aufschlagende Spieler einen Fehler, so verliert er das Aufschlagrecht an seinen Gegner. Solange er aber Punkte macht, behält er das Aufschlagrecht. Ein Satz kann also zu Ende gehen, ohne dass der Rückschläger einen Aufschlag ausgeführt hat. Bei einem Punktgleichstand, also 14:14 oder 10:10, hat der Aufschläger die Möglichkeit, den Satz durch "Setzen" zu verlängern.

Ausrüstung

Beim Badminton gibt es keine Kleiderordnung wie beim Tennis. Jeder trägt das, worin er oder sie sich wohl fühlt.

Gute Schuhe sind das A & O für alle, die regelmäßig Badminton spielen. Der ständige Richtungswechsel beim Spiel beansprucht Bänder und Gelenke. Ein Schuh, der dem Fußgelenk stabilen Halt verleiht, dessen Sohle rutschfest und mit einer guten Dämpfung ausgestattet ist, fängt ein wenig von dieser Belastung auf. Joggingschuhe sind nicht zum Badminton spielen geeignet. Sie haben nur eine geringe Seitenstabilität, bei seitlichen Bewegungen knickt der Fuß leicht um. Achten Sie auch darauf, dass die Sohle nicht färbt und schwarze Streifen auf dem Hallenboden hinterlässt.

Das zweite wirklich wichtige Utensil beim Badminton ist der Schläger. Es gibt Modelle in etlichen Preislagen, Qualitäten, Farben und Formen. Anfänger sollten sich zunächst einmal bei Freunden Schläger ausleihen und probieren, wie sie damit zurechtkommen. Wenn Sie gleich mit einem eigenen Schläger starten wollen: Für den Anfang reicht ein Modell um die fünfzig Euro sicher aus. Achten Sie darauf, dass Schlägerkopf und Schaft aus einem Stück sind. Das ermöglicht eine bessere Kraftübertragung auf den Ball. Beim zweigeteilten (günstigeren) Schläger sind Schlägerkopf und -schaft durch ein T-Stück verbunden.

Könner suchen ihren Schläger nach bevorzugter Spielart aus: Bestimmte Modelle unterstützen eher das Angriffsspiel, andere die Verteidigung. Leichte Schläger beschleunigen in der Regel besser. Auch das Material (Stahl, Alu oder Carbon) hat einen Einfluss auf die Spieleigenschaften und die Haltbarkeit des Schlägers. Außerdem kann man zwischen Natur- oder Kunstdarmsaiten wählen

Das Gleiche gilt auch für die Bälle. Die Version aus Enten- und Gänsefedern ist teurer und fliegt anfangs auch wesentlich besser. Nach einigen harten oder unsauberen Schlägen verlieren sie ihre guten Flugeigenschaften jedoch rasch. Kunststoffbälle fliegen zwar nicht ganz so gut, halten dafür aber wesentlich länger.

Gesundheit

Als sanfter Gesundheitssport kann Badminton nicht gerade bezeichnet werden. Sowohl für Herz und Kreislauf als auch für den Bewegungsapparat ist das Spiel eine hohe Belastung. Für fitte Zeitgenossen kann Badminton allerdings die ideale Sportart sein, um Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Koordination und Flexibilität gleichzeitig zu trainieren.

Vorsicht: Untrainierte oder Übergewichtige sind im Eifer des Gefechts schnell überfordert. Das gibt nicht nur Muskelkater am nächsten Tag, sondern die Belastungsspitzen können auch Herz und Kreislauf schaden. Für gesunde Anfänger ist der Sport jedoch unbedenklich, weil eine hohe Geschwindigkeit am Anfang noch nicht aufgebracht wird. Bei bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Schädigungen, Herzinfarkt, Bluthochdruck etc. ist Badminton als Wettkampfspiel nicht geeignet. Menschen mit niedrigem Blutdruck bringt das rasante Spiel hingegen richtig in Wallung. Der Zwischenspurt, der beim Joggen oft schwer fällt, geschieht hier spielerisch fast nebenbei.

Muskulatur und Gelenke sind während des Badmintonspiels ebenfalls stark gefordert. Die Gefahr von Muskelfaserriss, Bänderriss oder -dehnung besteht vor allem dann, wenn Spieler von null auf hundert durchstarten. Um dem vorzubeugen, ist ein langsames Aufwärmen und Vordehnen sehr wichtig.

Wer seiner Gesundheit Gutes tun will, sollte nicht zu ehrgeizig sein. Ein kontinuierliches Spielen mit langen Ballwechseln und kurzen Pausen nützt dem Körper wesentlich mehr als extreme Belastungsspitzen und häufige Pausen, weil der Ball allzu schnell auf dem Boden oder im Netz landet.